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Der Präsident: Hans-Uli Feldmann
Murten, 19. April 2001
1. Mitgliederbewegung
Die Gesellschaft zählte am 31. Dezember 2000 254 Einzelmitglieder und 25 Kollektivmitglieder. Im Berichtsjahr sind mit Prof. Arthur Dürst und Prof.Dr. Wilhelm Schaup leider zwei engagierte Mitglieder unserer Arbeitsgruppe für Kartengeschichte gestorben. Zudem sind 2 Mitglieder ausgetreten; ihnen stehen insgesamt 16 Neueintritte (+ 1 Kollektivmitglied) gegenüber.
Neu eingetreten sind: Avelar Silvania (Züprich), Bieri Jonas (Pieterlen), Buogo Alain (Neyruz), Dinner René (Wängi), Elfering Ingrid (Zürich), Guisolan Jean-Daniel (Lossy-Formangueires), Huggler Andreas (Stansstad), Jenny Bernhard (Ueken), Käser Christoph (Obersteckholz), Kistler Matthias (Zürich), Kreiter Novit (Zürich), Kromer Felix Karl (Stein), Lützelschwab Reinhold (Lenzburg), Vassilopoulou Spyridoula (Athen), Weidmann Yvo (Zürich), Wipf Andreas (Zug), als Einzelmitglieder sowie das Ingenieurbüro Ernst Basler+Partner (Zollikon) als Kollektivmitglied. Der Vorstand begrüsst alle Neumitglieder herzlich und hofft, dass die SGK ihnen die erwarteten Leistungen erbringen kann.
Im Jahr 2000 haben 5 Kartographen resp. Kartographinnen ihre Ausbildung mit Erfolg abgeschlossen. Es sind dies in alphabetischer Reihenfolge Baumgartner Monika (L+T), Beilstein Matthias (L+T), Blatter Bettina (K+F), Friedrich Rolf (L+T) und Marti Patricia (L+T. Wir gratulieren den jungen Fachleuten für ihre guten Prüfungsergebnisse und wünschen ihnen für ihre berufliche Zukunft alles Gute.
2. Vorstandstätigkeit
Gemäss Statuten mussten sich dieses Jahr die beiden langjährigen Mitglieder Clemens Wäger und Hanspeter Tschopp endgültig aus dem Vorstand verabschieden. Als neue Mitglieder wurden an der Hauptversammlung in Thun Camillo Kohli und Stefan Räber einstimmig in den Vorstand gewählt.
Der Vorstand traf sich im Berichtsjahr zu 5 Sitzungen: am 14. Januar, 27. März, 23. Juni, 2. August und am 24. November. Der Versand der Mitteilungsblätter und der Kartographischen Nachrichten erfolgte neu durch die Lehrlingsabteilung der Landestopographie. Claude Vez verwaltete die Finanzen und die Mitgliederadressen. Stefan Räber war als Sekretär gleichzeitig verantwortlich für den Web-Auftritt und dessen Aktualisierung <http://www.kartographie.ch> resp. <http://www.cartography.ch> als Link auf der Homepage des Instituts für Kartographie der ETH Zürich (IKA) <http://www.karto.ethz.ch/>. Das Informationsangebot zur Kartographie via Internet ist bereits gut erschlossen und wir ermuntern alle, weiterhin von diesem Angebot Gebrauch zu machen. Unser Dienstleistungsangebot gibt zum Beispiel den Kollektivmitgliedern die Möglichkeit, Stellenangebote auf unserer Web-Seite zu publizieren oder an alle per E-Mail erreichbaren Mitglieder weiterzuleiten.
3. Veranstaltungen
Die 31. Hauptversammlung der SGK wurde am Freitag, 5. Mai nachmittags in Verbindung mit dem Geomatiktag in Thun durchgeführt. Weil keine wichtigen Geschäfte traktandiert waren und vor allem, weil der Anlass an einem Freitag stattfand, erschien nur die durchschnittliche Zahl von 35 Mitgliedern. Neben dem Jahresbericht des Präsidenten betrafen die weiteren Traktanden die Jahresrechnung 1999, das Budget 2000, die Tätigkeiten der Arbeitsgruppe «Kartengrafik und Generalisierung» sowie die Wahlen der neuen Vorstandsmitglieder.
Als fachlicher Teil der Veranstaltung war am Vormittag die Teilnahme am Geomatiktag des SVVK und anschliessend an die HV der Besuch der technischen Ausstellung sowie einem von der SGK spendierten Aperos vorgesehen. Es soll hier nicht unerwähnt bleiben, dass der letzte Teil des Angebotes den grössten Erfolg hatte.
Die Herbsttagung wurde am 6. Oktober mit dem Festkolloquium «75 Jahre Institut für Kartographie» der ETH Zürich 40 Jahre «Atlas der Schweiz» kombiniert. Insgesamt kamen mehr als 270 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den Hönggerberg, davon erfreulicherweise fast 100 SGK-Einzelmitglieder und Vertreter der Kollektivmitglieder (rekordverdächtig für eine Herbsttagung!!). Lorenz Hurni und seinem Team sei hiermit für diese bestens organisierte und sehr interessante Tagung recht herzlich gedankt. Diejenigen, die verhindert waren, an diesem Anlass teilzunehmen, können Teile der Präsentationen der VPK-Sondernummer 10/2000 in gedruckter Form entnehmen. Auf der SGK-Webseite findet sich übrigens eine Bildergalerie zu dieser Veranstaltung.
Im Februar führte Lorenz Hurni am Institut für Kartographie mit seinem Team auf vielfachen Wunsch zum zweiten Mal den praxisorientierten Weiterbildungskurs zum Thema Kartographische Gestaltung von Geodaten durch. Der einwöchige, für maximal 12 Teilnehmer/innen konzipierte Kurs fand wiederum ein grosses Interesse. Es wurde eine Übersicht über die Möglichkeiten zur Verwendung von bestehenden Geo-Datensätzen in kartographischen Projekten mittels neu erhältlicher Software gegeben. Die Teilnehmer hatten auch die Möglichkeit, die verschiedenen Produkte und Daten anhand kleiner Übungen direkt anzuwenden. Es zeigte sich, dass gerade für Kleinunternehmen das Bedürfnis nach speziell auf kartographische Anwender zugeschnittenen Programmen und Plugins (z.B. zu Freehand) besteht. Solche Plugins (z.B. zur Erzeugung von Diagrammkarten) werden vom Institut für Kartographie entwickelt und sind von dessen Homepage frei abrufbar. Es wurde diskutiert, ob in Zukunft eine Arbeitsgruppe der SGK die Definition von wünschbaren neuen Plugins übernehmen soll.
Der 49. Deutsche Kartographentag wurde dieses Jahr kombiniert mit der Intergeo 2000 vom 11. bis 13. Oktober in Berlin statt. Als Organisatoren zeichneten die Deutsche Gesellschaft für Kartographie (DGfK), die Deutsche Gesellschaft für Vermessungswesen (DVW) und die Deutsche Gesellschaft für Photogrammetrie und Fernerkundung (DGPF). Der Kongress wurde ergänzt mit der europaweit grössten Fachmesse für Geoinformation sowie einer Behördeausstellung. Aus dem Bereich Kartographie nahmen mehr als 15 Fachleuten aus der Schweiz teil. Christian Häberling hat darüber bereits ausführlich berichtet (Siehe Info-Versand 6/2000).
4. Publikationen
Es sind weiterhin sämtliche Titel der SGK-Schriftenreihe erhältlich. Ein vollständiges Verzeichnis finden Sie auf unserer Web-Seite. SGK-Mitglieder erhalten einen Spezialrabatt.
5. Tätigkeiten in internationalen Kommissionen und Arbeitsgruppen
Commission «Mountain Cartography» International Cartographic Association (ICA)
(Berichterstatter: Prof. Dr. Lorenz Hurni, Zürich. Vorsitzender)
Die Aktivitäten der Kommission beschränkten sich im Jahre 2000 auf die Durchführung eines Workshops. 44 Teilnehmer aus 9 Nationen trafen sich zwischen dem 29. März und dem 2. April 2000 zu diesem 2. Workshop Hochgebirgskartographie in der Rudolfshütte/Hohe Tauern/Österreich. Der Workshop stand unter dem Patronat der DGfK Kommission Hochgebirgskartographie und der ICA Commission on Mountain Cartography und wurde organisiert durch Manfred Buchroithner und sein Team von der TU Dresden sowie Heinz Slupetzky von der Universität Salzburg. Das Ziel des Workshops war die Behandlung einer breiten Palette von Aspekten der Visualisierung von Hochgebirgslandschaften sowohl topographisch als auch thematisch sowie von Multimedia-Entwicklungen.
Ein erster Präsentationsblock widmete sich aktuellen Anwendungen in der topographischen Kartographie. Lorenz Hurni von der ETH Zürich stellte gebirgsbezogene Anwendungen im neuen »Atlas der Schweiz interaktiv« vor (siehe auch Kapitel 2 in diesem Beitrag). Ernst Hauber (DLR, Berlin) präsentierte die ersten Resultate einer hoch aufgelösten Aufnahme des Sonnblick-Gletschers in Österreich mit Hilfe der neuen digitalen Kamera HRSC-A, welche auch für die Mars Express Mission im Jahre 2003 vorgesehen ist. Thomas Damoiseaux von der DLR Oberpfaffenhofen informierte über die InSAR Kartierung in Hochgebirgsregionen. Martin Heller von der Universität Zürich präsentierte einen neuen Ansatz in der Geländemodellierung, welcher sich einer spannungsminimierten Dreiecksvermaschung bedient. Zwei Präsentationen von Nikolas Prechtel (TU Dresden) sowie Bernhard Jenny (ETH Zürich) befassten sich mit neuen Fortschritten in der analytischen Schattierung unter Verwendung eines verschiedener numerischer und graphischer Werkzeuge auf lokaler und globaler Ebene (siehe auch Kapitel 2 dieses Beitrags). Karel Kriz von der Universität Wien plädierte für spezielle Winterkarten in Abstimmung mit Winteraktivitäten in Sport und Tourismus. Blanca Baella und Maria Pla vom Institut Cartografic de Catalunya präsentierten erste Resultate standardisierter Generalisierungs-Routinen für die Ableitung topographischer Gebirgskarten aus Datenbanken im Massstab 1:5000. Dusan Petrovic von der Universität Ljubljana behandelte Aspekte der unterschiedlichen Präsentation von Gebirgspfaden auf klassischen und multimedialen Karten. Markus Hauser (Zürich) beschloss die Präsentationen mit einer Vorstellung seiner ausgedehnten topographischen Pamir-Datenbank. Diese Basiskarten stehen interessierten Forschern für verschiedenste thematische Anwendungen zur Verfügung.
Die zweite Session behandelte vor allem Multimedia-Anwendungen in der Gebirgskartographie. Georg Gartner (TU Wien) informierte über Kartenanwendungen auf WAP-Mobiltelephonen. Obwohl die niedrig aufgelösten Anzeigen nur eine rudimentäre Wiedergabe zulassen, können Anwendungen im Bereich der Bergsicherheit ins Auge gefasst werden. Peter Sykora (Universität Wien) zeigte ein mobiles GPS-Karteninterface für Bergregionen auf Laptop-Basis. Theodor Wintges und Karsten Sänger (Fachhochschule München) demonstrierten eine 3D-Karte mit speziell entwickelten 3D-Kartensymbolen einer touristischen Gebirgsregion. Zusammen mit Eduard Hörner zeigte Theodor Wintges anschliessend eine 3D-Animation der Lawinenkatastrophe bei Galtür/Österreich. Andreas Neumann (ETH Zürich), Martin Heller (Universität Zürich) und Manfred Buchroithner (TU Dresden) berichteten über neuste Entwicklungen im Bereich der 2D- und 3D-Höhlenkartographie unter Verwendung spezialisierter Vermessungs-, Kartierungs- und Visualisierungsmethoden. Die Session schloss mit einer Hommage an den am 4. Dezember 1999 verstorbenen Heinrich Berann, den wohl bekanntesten Panoramakünstler. Michael Wood (Universität Aberdeen) erinnerte sich an seine persönliche Beziehung zu Heinrich Berann und an seine Zeit als Schüler im Haus des Künstlers im Tirol. Tom Patterson (US National Park Service) gab einen fundierten Einblick in die künstlerischen und konstruktiven Methoden des Malers.
Im dritten Vortragsblock wurden verschiedene thematische Anwendungen der Gebirgskartographie vorgestellt. Viktor Kaufmann (TU Graz) berichtete über die Rekonstruktion und die Visualisierung des Rückzugs von Gletschern in den österreichischen Alpen seit 1850 unter Verwendung von Methoden der dynamischen Computer-Animation. Caterina Gentizon und Philippe Schoeneich (Uni Lausanne) zeigten die Anwendung von GIS und geomorphologischer Kartierung als Verwaltungstool in alpinen periglazialen Gebieten auf. Klaus Granica (Joanneum Graz) berichtete über ein EU-Projekt zur Überwachung und Visualisierung von Schutzwäldern im Hochgebirge mittels Satellitendaten. Martin Galanda (Universität Wien) stellte ein interaktives Informations-Werkzeug zur on-line Visualisierung des Lawinenbulletins vor. Gloria Marti (Institut Cartografic de Catalunya) informierte über aktuelle Lawinenkartierungen in den Pyrenäen währenddem Karel Kriz (Universität Wien) über ähnliche Projekte in Österreich referierte.
Während mehreren Abendsessionen und »round table meetings« konnten die Teilnehmer Projekte und andere Aktivitäten diskutieren. Daneben nahmen Heinz Slupetzky und eine Gruppe von Teilnehmern ein fast fünf Meter tiefes Schneeprofil für das offizielle österreichische Schnee- und Lawinenbulletin auf. Einige Teilnehmer trainierten sogar ihre Ski- und Orientierungskünste im Rahmen einer Skitour über den bis zu 3000 m hohen Sonnblickgletscher. Alle Teilnehmer waren vom Gehalt und der Organisation des Workshops restlos überzeugt. Unser wärmster Dank geht deshalb an Manfred Buchroithner, Heinz Slupetzky und Mitarbeiter! Die Ergebnisse werden in den «Kartographischen Bausteinen» des Instituts für Kartographie der TU Dresden publiziert.
Commission «Map Generalization» International Cartographic Association (ICA)
(Berichterstatter: Prof.Dr. Robert Weibel, Zürich. Vorsitzender)
Höhepunkt des Berichtsjahres war der «Workshop on On-demand Mapping», der durch die Kommission gemeinsam mit der Commission on Map Production organisiert wurde und der am 21.23.9.2000 am Institut Cartogràfic de Catalunya in Barcelona stattfand. Der Anlass führte 50 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus 10 europäischen Ländern sowie den USA und Kanada zusammen, wobei v.a. Leute aus der Praxis der amtlichen Kartographie vertreten waren. Die Hochschulvertreter waren für einmal in der Minderheit. ‘On-demand Mapping’ die Möglichkeit, Karten gleichsam ‘auf Knopfdruck’ und unter Berücksichtigung spezieller Kundenwünsche zu erzeugen hat v.a. im Umfeld der Internets an Bedeutung gewonnen, doch wird dadurch auch die Herstellung von Papierkarten (z.B. mittels On-demand Printing) erfasst. Verschiedene Referate boten einen Überblick über den Stand der Technik und der Forschung, mit Schwerpunkt auf der Automation der Generalisierung und Web Mapping, wobei die Berichte aus der Praxis besonders interessant waren. Es wurden auch verschiedene Live-Demos von Software geboten und die Teilnehmer hatten ausreichend Zeit für Diskussionen, Erfahrungsaustausch und Gespräche in kleinen Gruppen. Ebenfalls auf dem Programm standen ein Besuch in einem Produktionszentrum für Drucker von Hewlett-Packard sowie eine Führung durch das Institut Cartogràfic de Catalunya, der ‘Landestopographie’ Kataloniens (mit modernster Ausrüstung bestückt und in einem wunderschönen Gebäude im Parc de Montjuïc untergebracht). Die Unterlagen und Folien der einzelnen Vorträge sowie die Teilnehmerliste finden sich auf der Homepage der ICA Commission on Map Generalization <http://www.geo.unizh.ch/ICA-bin/documents>. Ebenfalls im Berichtsjahr wurde die Planung des Workshops 2001 aufgenommen, der unmittelbar vor der ICA-Konferenz in Beijing stattfinden wird (2.4.8.2001). In Vorbereitung ist auch ein Buch, das in verschiedenen Beiträgen von Kommissions-mitgliedern den Stand der Entwicklung in der Automation der kartographischen Generalisierung schildern soll.
Commission «Map Production» International Cartographic Association (ICA)
(Berichterstatter: Prof. Dr. Lorenz Hurni, Zürich. SGK-Vertreter)
Die Aktivitäten der Kommission waren im Jahre 2000 ziemlich reduziert. Die Kommission führte vom 21.23. September zusammen mit der «ICA Commission on Map Generalization» ein Seminar über «On-demand Mapping» in Barcelona durch. Für mehr Informationen siehe den Bericht jener Kommission. Des weiteren wurde eine neue Homepage aufgeschaltet: <http://www.geocities.com/icacmp>. Das «Compendium on Cartographic Techniques» ist immer noch in Arbeit. Es scheint, dass es sehr schwierig ist, von den verschiedenen Autoren die einzelnen Kapitel beizubringen. Man hofft, das Compendium vor dem Kongress in Beijing fertigstellen zu können.
Commission «National and Regional Atlases» International Cartographic Association (ICA)
(Berichterstatter: Dr. René Sieber, Zürich. Vertreter der SGK)
Auf dem Jahresprogramm der Kommission stand ein Meeting in Càdiz, Spanien. Ausgehend von den Terms of Reference der CNRA sollten die Erfahrungen bei deren Umsetzung mitgeteilt und diskutiert werden. Folgende Ziele werden mit den Terms of Reference verfolgt:
1) Unterstützung der Gestaltung, Produktion und Benutzung von Atlanten und Atlas Informationssystemen
2) Erforschung und Entwicklung von neuen Tools für das Design, die Erstellung und Verbreitung von Atlanten
3) Förderung der Datenintegration in Elektronische Atlanten
3) Förderung der Verwendung von Elektronischen Atlanten in der Schule.
Leider musste das Meeting, zu dem von Seiten der SGK zwei Beiträge vorgesehen waren (Barbara Schneider, René Sieber), aus organisatorischen Gründen auf Februar 2001 verschoben werden. Im kommenden Jahr wird die Kommission anlässlich der ICC01 in Peking tagen.
Weitere Informationen finden sich auf der CNRA-Homepage: <http://kartoweb.itc.nl/cnra/index.html> oder via ICA-Homepage: <http://www.icaci.org>.
Commission «History of Cartography» International Cartographic Association (ICA)
(Berichterstatter: Markus Oehrli, Wabern, Vertreter der SGK)
An der 19. Internationalen Kartografie-Konferenz vom August 1999 in Ottawa wurde Dr. Christopher Board, London, zum neuen Leiter dieser Kommission gewählt. Insgesamt werden von den nationalen Gesellschaften ca. ein Dutzend Mitglieder delegiert, wobei der Berichterstatter einziges Mitglied des deutschsprachigen Raumes ist.
Zu den Aufgaben (Terms of Reference) der Kommission in den Jahren 1999 bis 2003 gehören: die Erforschung von Ursprung, Entwicklung und Produktion der nationalen topografischen Behörden; die Zusammenstellung eines Forschungshilfsmittels in Form einer kommentierten Bibliografie von Publikationen oder anderen zugänglichen Materialien zu diesen Behörden; die Untersuchung, wie neue Informationstechnologien in der Geschichte der Kartografie angewendet werden können (vgl. <http://www.icaci.org/en/commissions.html#history>).
Im Jahr 2000 stand vor allem die Bibliografie im Mittelpunkt der Aktivitäten. Per E-Mail und drei Newsletters des Kommissionsleiters wurden Inhalt und Form diskutiert. Das Format der Einträge wird sich weitgehend an den einschlägigen Standards der Fachzeitschrift Imago Mundi orientieren. Eine Musterbibliografie mit Beiträgen einzelner Länder soll für die Kartografie-Konferenz vom August 2001 in Beijing vorbereitet werden. Der Beitrag der Schweiz ist seit Juli 2000 auf dem Web verfügbar (vgl. <http://www.swisstopo.ch/en/about/pubhistlt.htm>).
Commission «Education and Training» International Cartographic Association (ICA)
(Berichterstatter: Hans-Uli Feldmann, Wabern, Vertreter der SGK)
Aus zeitlichen Gründen beteiligte sich der Berichterstatter nur aktiv an der Konferenz «Teaching Maps for children: theories, experiences and perspectives beginning the 3rd millenium», die vom 6. bis 8. September an der Eötvös Loránd Universität in Budapest stattfand. Als Schweizer Beitrag stellte ich die Swiss Map Trophy und den Atlas der Schweiz - interaktiv vor. Allgemein bedauert wurde nicht unerwartet der Umstand, dass die Swiss Map Trophy nur in einer deutschen und französischen Version erhältlich ist. Die Ergebnisse der Konferenz sind in einer kleinen Auflage in der Schriftenreihe der ICA publiziert worden.
Arbeitsgruppe für «Geschichte der Kartographie»
(Berichterstatter: Dipl.Ing. Martin Rickenbacher, Bern)
Homepage: <http://www.stub.unibe.ch/dach/ch/index.html>
Zum Gedenken
Im vergangenen Jahr mussten wir von zwei bedeutenden Kartenhistorikern Abschied nehmen: Am 25. August verstarb völlig unerwartet Prof. Dr. Wilhelm Schaup (Castagnola) in seinem 81. Lebensjahr, kurz nach der Drucklegung seines wissenschaftlichen Vermächtnisses «Salzburg auf alten Landkarten». Und am 28. Dezember verstarb in Zürich nach schwerer Krankheit Prof. Arthur Dürst, kurz nach dem Erscheinen seines letzten grossen Werkes, der Edition des «Atlas Suworow». Er hatte 1977 die Arbeitsgruppe für Kartengeschichte innerhalb der SGK gegründet und anschliessend während 22 Jahren geleitet. Das Wirken beider Persönlichkeiten wird in der Fachzeitschrift Cartographica Helvetica Heft 23/01 ausführlich gewürdigt.
Veranstaltungen der Arbeitsgruppe
Erstmals traf sich die Arbeitsgruppe im vergangenen Jahr zu zwei Veranstaltungen: Am 15. Januar besuchten rund 35 Interessierte gemeinsam die Ausstellung «Landschaft in Menschenhand 150 Jahre Michaeliskarten: Kulturlandschaft Aargau im Wandel» mit einer Führung durch die Herren Dr. Gerhard Ammann und Dr. Dominik Sauerländer. Am 19. August fand dann in Luzern eine ganztägige Veranstaltung mit rund 35 Gästen statt. Der Morgen war dem Pfyffer-Relief der Urschweiz im Gletschergarten gewidmet. Nach der Begrüssung durch Herrn Dr. Peter Wick wurden Kurzreferate gehalten zur Geschichte des Pfyffer-Reliefs (Dr. Andreas Bürgi), zu den Arbeiten zur Restauration (Wendel Odermatt, Oskar Wüest), zur Vermessung des Reliefs (Jana Visnovcova), zu den aus dem Relief abgeleiteten Karten (Madlena Cavelti Hammer) und zur modellgeschichtlichen Sicht (Martin Rickenbacher). Anschliessend an die freie Besichtigung des Gletschergartens und das gemeinsame Mittagessen fand am Nachmittag die Besichtigung des Bourbaki-Panoramas und des Panorama-Museums unter Führung von Herrn Dr. Ueli Habegger statt. Beide Veranstaltungen stiessen auf ein reges Interesse, und es ist vorgesehen, diese Treffen im informellen Rahmen weiterhin durchzuführen.
Konferenzen
Das «10. Kartographiehistorische Colloquium» vom 13. 16. September in Bonn wurde von 17 Personen aus der Schweiz besucht. Verschiedene Mitglieder der Arbeitsgruppe hielten auch Vorträge: Dr. Hans-Peter Höhener und Dr. Thomas Klöti referierten zur aktuellen Situation der Kartensammlungen in Schweizer Bibliotheken, Dr. Hans-Rudolf Egli über den Schwerpunkt Schweiz bei der Altkartennutzung, Hans-Uli Feldmann über «Albert Anker als Kartograph» und Madlena Cavelti Hammer über den interdisziplinären Ansatz zu Forschungen am «Relief der Urschweiz» von Generalleutnant Franz Ludwig Pfyffer (17161802).
An der 12. Konferenz der Kartenbibliothekare (LIBER), welche vom 27. Juni bis zum 1. Juli in der Königlichen Bibliothek Kopenhagen stattfand, nahmen Dr. Jürg Bühler, Dr. Hans-Peter Höhener, Dr. Thomas Klöti und Markus Oehrli teil. Jürg Bühler referierte über die vielfältigen Möglichkeiten, die das Internet für Kartensammlungen bietet, und über die neuen Webseiten für die Ausbildung der Kartenkuratoren. An der Tagung des DGfK-Arbeitskreises der Kartenkuratoren vom 25. Mai in Berlin (Teilnehmer: Dr. Jürg Bühler und Dr. Hans-Peter Höhener) wurden u.a. die zwei Internet-Projekte «Historische Karten der SuUB Bremen» und «Historische Karten der UB Halle» vorgestellt. An der Abendveranstaltung wurde Dr. Lothar Zögner feierlich verabschiedet.
Am 4. November fand im Stadtmuseum Schlössli in Aarau eine Tagung der Arbeitsgruppe «Histoire de la géodésie en Suisse» statt, an welcher rund 50 Spezialisten aus 5 Nationen teilnahmen, darunter auch Mitglieder unserer Arbeitsgruppe. Neben Referaten zu historischen Vermessungsinstrumenten wurde auch über die historische Entwicklung des Bundesamtes für Landestopographie berichtet.
Fachzeitschrift Cartographica Helvetica
Die Hefte 21/00 und 22/00 enthalten insgesamt 104 Seiten. Von den 8 Aufsätzen stammen 4 von einheimischen Autoren, und der Inhalt betraf ebensoviele schweizerische Themen. Die Zusammenfassungen der Beiträge sowie der von Markus Oehrli verfasste Index der Nummern 120 sind auf der Webseite <http://www.stub.unibe.ch/dach/ch/ch/carhe-dt.html> zu finden. Das Redaktionsteam musste leider den Rücktritt von Markus Oehrli vermelden, der sich fast seit Beginn mit grossem Engagement und Fachwissen für die Belange der Zeitschrift eingesetzt hat. Sein Einsatz für die Cartographica Helvetica sei auch an dieser Stelle herzlich verdankt. Das Redaktionsteam setzte sich im Berichtsjahr aus Hans-Uli Feldmann (Chefredaktor), Madlena Cavelti Hammer, Alfons Cavelti, Dr. Hans-Peter Höhener, Dr. Thomas Klöti und Dr. Urban Schertenleib zusammen.
Archive:
Im Katalogisierungsprojekt der Kartensammlung des Bundesamtes für Landestopographie (Dr. Thomas Klöti und Martin Kohler) wurden die Ausgaben der Dufour-, der Siegfried- und der Landeskarten erfasst. Die bibliothekarischen Angaben sind unter folgender Adresse über Internet abrufbar: <http://auriga.admin.ch:8081/vtlsgtw52/german/vtls-advanced.html>. Die Sammlung enthält total ca. 23'000 handgezeichnete sowie ca. 29'000 gedruckte Karten.
Gegen Jahresende vermachte der Kupferstecher Alfred Oberli seine bedeutende Kartensammlung dem Bundesamt für Landestopographie. Das Legat Oberli wird ab kommendem Jahr katalogisiert; es enthält u.a. verschiedene Druckzustände der Dufourkarte und weitere Details zur Arbeitstechnik der Schweizer Kartographen im 19. Jahrhundert.
Ausstellungen
«Landschaft gestalten: Landschaft Aargau im Wandel 150 Jahre Michaeliskarten», Wanderausstellung in Zurzach (2.2. 19.3.), Baden (25.3. 28.5.), Gipf-Oberfrick (30.5. 18.6.), Schloss Hallwyl (28.6. 27.8.), Zofingen (4. 23.9.), Rheinfelden (30.9. 29.10.) und Wohlen (2. 22.11.2000). «Von Typhus, Hagel, Brand und Wasser ein Streifzug durch die bunte Welt der Landkarten» (seit 25.9.1999 bis auf weiteres in Dietikon).
Publikationen (Auswahl)
Dürst, Arthur et al.: Atlas Suworow (Verlage Matthieu/Werd, Zürich). German Thomas: Zürich im Zeitraffer (Werd Verlag, Zürich). Schaup, Wilhelm: Salzburg auf alten Karten (Archiv der Stadt Salzburg). Bundesamt für Landestopographie: Basel einst und jetzt (Karte Nr. 302). 8. Kartographiehistorisches Colloquium Bern 1996 (Tagungsband, Sonderheft Nr. 16), Topographische Aufnahme Basel und Umgebung 18361839 von Friedrich Baader (1:25'000) und Der Statt Schaffhausen Landschafft und Gebiet (1684) von Heinrich Peyer (ca. 1:25'000) (Verlag Cartographica Helvetica, Murten). Karte des Zürichsees von Hans Erhard Escher (16561689), Abdruck von der bislang in der Schweiz unbekannten Originalkupferplatte von 1692 (Privatbesitz Deutschland) mit einem Kommentar von Peter Ziegler (Verlag Dorfpresse, Langnau a.A.).
Arbeitsgruppe «Kartengrafik und Generalisierung Topografische Karten»
(Berichterstatter: Prof. Dr. h.c. Ernst Spiess, Forch)
Das Autorenteam für diese SGK-Publikation setzte sich im Berichtsjahr zusammen aus Stefan Arn, Ulrich Baumgartner, Ernst Spiess und Claude Vez. Die Arbeitsgruppe führte im Berichtsjahr sechs ganztägige Sitzungen in Wabern durch. Zur Hauptsache wurden die vorgelegten Entwürfe für Text und Abbildungen diskutiert und korrigiert. Der Gesamtumfang bewegt sich weiterhin im Bereich von 120 Seiten. Knud Jensen, Typograf, wandelte die im Entwurf fertigen Kapitel für die Herausgabe in ein einheitliches Layout um und und überprüfte gleichzeitig die Datenstruktur. Die Form der Herausgabe wurde weiter abgeklärt. Für eine gedruckte Version wurden drei Offerten eingeholt und eingehend diskutiert. Als Varianten wurden Plattenbelichtung und Vierfarben-Offsetdruck ab druckfertigen QuarkXPress-Dateien sowie digitaler Druck offeriert. Die Ungewissheit über die Auflagehöhe legt die Überlegung nahe, dass alternativ eine Herausgabe als CD-ROM in Betracht zu ziehen ist.
Das inhaltliche Konzept sieht noch sechs Kapitel vor, nachdem das Thema Qualitätssicherung gestrichen wurde. Ende des Berichtsjahres waren 84 Seiten inhaltlich bereinigt und bis auf eine technische Überprüfung abgeschlossen:
Von der Landschaft zur Karte (13 S.)
Kartengrafik (24 S.)
Grundsätze der Generalisierung (5 S.)
Generalisierung einzelner Objektklassen, unterteilt nach
Strassen- und Wegnetze (11 S.)
Bahnnetze (6 S.)
Luftverkehr (4 S.)
Schiffverkehr (2 S.)
Siedlungen (16 S.)
Besonderheiten bei der Kartenaktualisierung (3 S.)
Die vorliegenden Entwürfe zu den Themen «Vegetation» (7.S.), «Gewässer» (5 S.), «Gelände» (10 S.), «Beschriftung» (4 S.) werden gegenwärtig intensiv diskutiert und modifiziert. Für die Themen «Grenzen» und «Automation» liegen noch keine Entwürfe vor. Dem Zusammenspiel der verschiedenen Elemente im Generalisierungsprozess wird trotz der formalen Aufteilung nach einzelnen Komponenten im Text und in den Abbildungen volle Beachtung geschenkt.
Die Arbeitsgruppe bemüht sich um knappe Fomulierungen und vor allem um aussagekräftige, einwandfreie Abbildungen. Das erfordert eingehende fachliche Diskussionen. Das Autorenteam arbeitet ehrenamtlich und mit beträchtlichem Zeitaufwand. Bei der Erstellung der Abbildungen wird es in bedeutendem Masse von der Lehrlingsabteilung der Landestopographie unterstützt. Wir glauben, dass sich dieser Aufwand mit dem Blick auf unsere kartographischen Nachkommen wie immer sie sich dann nennen mögen rechtfertigen lässt.
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